Chemische Injektionen mit Acrylatgel

Injektionen mit Acrylatgelen finden aufgrund ihrer niedrigen Viskosität im flüssigen Zustand vielseitige Anwendung zum Zwecke der Abdichtung von Baugrund und Bauwerken. Gekennzeichnet ist dieser Baustoff durch eine hohe Reißdehnung, hohe mechanische Stabilität sowie sein gummi-elastisches Verhalten.

Eingesetzt wird Acrylatgel daher beispielsweise bei Schleier-, Flächen- oder Rissinjektionen, zur Verpressung von Injektionsschläuchen, für nachträgliche Horizontalsperren in Mauerwerken oder zur Bodenstabilisierung. Ziel von Acrylatinjektionen ist es, den Transport von Wasser durch die Kapillaren und die Saugfähigkeit von Kapillaren zu reduzieren bzw. zu verhindern. Die wasserabweisende Sperrwirkung tritt nach der Vergelung des Materials ein.

Die Verarbeitung von Acrylatgelen stellt besonders hohe Anforderungen an die Gerätetechnik. Zum einen muss hierbei hochgradig chemisch-resistente Geräte- und Messtechnik eingesetzt werden, und zum anderen handelt es sich um chemische Suspensionen, welche aus mehreren Grundkomponenten bestehen. Im Besonderen ist darauf zu achten, dass die Gelphase nicht durch eine zu frühe Vermischung ungewollt eingeleitet wird.

Effizient durch den Einsatz neuester Technologie

Zusammen mit unseren Partnern und Renesco – Abteilung Marti Geotechnik wurden speziell auf die Anforderungen von Planung und Baubetrieb zugeschnittene mobile Injektionseinheiten konzeptioniert.

Um den hohen Anforderungen an die Injektionstechnik im Hinblick auf den Einsatz von Acrylatgelen zu genügen, finden die neuesten Technologien im Bereich der Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik, als auch der Informationstechnologien, für dieses Projekt Anwendung. Diese erstrecken sich vom Einsatz spezieller chemikalienresistenter Sensorik aus der Prozessindustrie, über semi-automatische Mischanlagen und automatisch geregelte Injektionspumpen.  Dabei können sowohl elektrisch betriebene Hydraulikpumpen als auch pneumatische Pumpen eingesetzt werden. Die Injektionspumpen werden durch die exges I.D.E automatisch gesteuert. Die Messdaten werden in Echtzeit zu eguana SCALES übertragen, welches als zentraler Ausgangspunkt für die Datenanalyse und -auswertung dient. Die gesamten Daten sind jederzeit via Internet verfügbar und gewährleisten so eine effiziente Qualitätssicherung.

Mobile Injektionseinheiten – Von der Sensorik bis zum Echtzeit-Datenmanagement

Im Hinblick auf die eingesetzte Sensorik handelt es sich um Messinstrumente aus der Prozess-/Pharmaindustrie, welche eine spezielle Keramikauskleidung besitzen, die hochgradig chemikalienresistent ist. Diese überzeugen nicht nur durch ihre hohe Beständigkeit, sondern auch durch hohe Genauigkeit und Messauflösung.

Die Injektionspumpen werden über speziell adaptierte Steuerungseinheiten und die Injektionsdatenerfassung exges I.D.E gesteuert. Dabei handelt es sich um ein unikates, für Acrylatinjektionen erweitertes System zur Pumpensteuerung, -Regelung und Injektionsdatenerfassung. Spezielle Regelungsalgorithmen ermöglichen eine automatische Regelung des Injektionsprozesses.

Abbildung 1: Mobile Injektionsanlage

Um sicherzustellen, dass auch bei größeren Aufnahmen ein effizienter Betrieb ermöglicht wird und um den Personaleinsatz möglichst gering zu halten, wurde eine semi-automatische Mischanlage speziell für Acrylatgele entwickelt. Diese ermöglicht es die Injektionspumpen auch im Durchlaufbetrieb kontinuierlich mit Injektionsgut zu versogen, die erforderliche Mischqualtität sicherzustellen und so das gewerbliche Personal betreffend Injektionsgutaufbereitung weitgehend zu entlasten.

Die erfassten Messdaten werden anschließend via Wifi/GSM/LTE etc. direkt an eguana SCALES übermittelt, wo diese dann entsprechend analysiert und ausgewertet werden.

Um einen hohen Einsatzgrad und optimalen Service sicherstellen zu können, werden durch den durchgängigen Einsatz modernster Technologien, Remotezugriffe von der Steuerung über die Prozessvisualiserung bis hin zum Datenmanagement ermöglicht. Im Problemfall kann dadurch binnen kürzester Zeit unterstützt und die Produktion ehestmöglich wieder aufgenommen werden.

Wie wir von eguana das Datenmanagement bezüglich dieser speziellen Projektanforderungen handhaben und welchen Punkten dabei besonderes Augenmerk gilt, erfahren Sie in einem unserer kommenden Beiträge. Wieder vorbei zu schauen, zahlt sich also definitiv aus!

Philipp Maroschek

Unser Geschäftsführer Philipp wirft üblicherweise nicht gerne mit seinen Titeln um sich, wir dürfen das aber: Als Ing. BSc, MSc, MLBT in Mechatronik, Elektronik sowie Recht und Wirtschaft bereichert er eguana mit seinem Fachwissen sowie seiner Erfahrung als Abteilungsleiter bei der Züblin Spezialtiefbau GmbH und als Softwareingenieur bei Bosch Engineering GmbH. Mit Sicherheit hat Philipps Tag mehr als 24 Stunden: Wie sonst könnte er neben Kundenbetreuung, Projektmanagement, Team Motivation und seiner Familie auch noch Zeit für diesen Blog haben.