Philipp rennt an unserem Büro in der Zieglergasse vorbei

Vienna City Marathon – Run, eguana, run!

Das schöne Wetter im April kann man wunderbar dazu nutzen, um die Vitamin-D-Vorräte aufzutanken und Zeit an der frischen Luft zu verbringen. Nachdem wir am 5. April schon den australischen Walk to Work Day zelebriert haben (Yes, kangaroos in Australia!) und zu Fuß in die Arbeit spaziert sind, können wir von dieser Art der körperlichen Ertüchtigung gar nicht genug bekommen und haben den Spaß auf die nächste Stufe gehoben.

Am 7. April haben wir also die Hausarbeit links liegen gelassen (es war ja auch der amerikanische No Housework Day) und eine Staffel zum 37. Vienna City Marathon geschickt.

Meder und Philipp bei der Staffel-Übergabe

Meder und Philipp bei der Staffel-Übergabe

********

Für alle historisch interessierten Leser gibt es an dieser Stelle einen kurzen geschichtlichen Exkurs:

Bei dem griechischen Historiker Herodot kann man die Geschichte des griechischen Laufboten Pheidippides lesen. Dieser soll im Jahr 490 b.c. Hilfe im Krieg gegen die Perser gesucht haben und dafür innerhalb von nur zwei Tagen von Athen bis nach Sparta gelaufen sein. Fragt man Google Maps, handelt es sich hier um eine Strecke von 217km, der Google Routenplaner rechnet mit 46 Stunden Wegzeit zu Fuß – und wir gehen mal davon aus, dass sich die Wege in den letzten 2509 Jahren ein wenig verbessert haben …

Aber zurück zur Geschichte – denn 217km entsprechen ja noch nicht ganz den Vorgaben des modernen Marathonlaufs. (Es gibt aber tatsächlich die Kategorie „Spartathlon“, bei dem es gilt, 246km zu bewältigen, das Zeitlimit liegt heute bei 36 Stunden – da kann sich Pheidippides eine Scheibe abschneiden). Die aktuell beim Marathon gelaufene Distanz beruht auf einer Legende von Plutarch und Lukian, die berichten, dass nach der Schlacht bei Marathon ein Läufer die Siegesbotschaft über eine Stecke von 40km von Marathon nach Athen getragen hat. (Makaberes Detail am Rande: Dieser erste Marathonläufer soll am Ziel mit den Worten „Wir haben gesiegt“ tot zusammengebrochen sein.)

Diese Legende war für lange Zeit vergessen – bis 1890 bei Ausgrabungen in Marathon Gräber der gefallenen Athener freigelegt wurden und die Legende von Pheidippides wieder in Erinnerung gerufen wurde. Im Zuge dessen wurde die Idee geboren, den historischen Lauf im Rahmen der Olympischen Spiele von Athen im Jahre 1896 aufleben zu lassen (Man fragt sich, was genau sich die Veranstalter dabei gedacht haben, wenn man überlegt, wie der allererste Marathon für seinen einzigen Teilnehmer ausging…).

So wurde 1986 der Marathon als sportliche Disziplin ins Leben gerufen – und gewinnt seither stetig an Beliebtheit, was durch die mehr als 42.000 Läufer aus 125 Nationen bewiesen sein durfte.

********

Apropos gewinnen: Gewonnen hat unsere Marathon-Staffel leider nicht – aber 608 ist ohnehin eine viel schönere Zahl als 1. Besonders stolz sind wir auf Bernhard, der es auf beeindruckende zwölf Kilometer die Stunde geschafft und pro Kilometer keine fünf Minuten gebraucht hat.

Meder, Bernhard und Johndrick nach dem Lauf

Der Alltag hat uns mittlerweile wieder. Hausarbeit sieht man nur, wenn sie nicht gemacht ist. Und da wir sie am 7. haben liegen lassen, müssen wir uns jetzt wieder fleißig dran machen. In diesem Sinne: frohes Schaffen!

 

„Hausarbeiten sind die Tätigkeiten, welcher man sich erst dann richtig bewusst wird, wenn sie nicht erledigt wurden.“
© Peter Rudl (*1966), deutscher Aphoristiker

 

Anna Riedler

Als der Orientierungssinn vergeben wurde, hatte sich Anna gerade verlaufen. Umso besser, dass ihre Arbeit mit Baustellen nur peripher zu tun hat – sie würde vermutlich nie wieder zurück ins Büro finden. Stattdessen schreibt die studierte Journalistin fleißig Texte für unsere Homepage, unseren Blog, und literaturnobelpreisverdächtige Kurzbeschreibungen.